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Nr.0801

An de Cuers

Paris, 5. April 1859.

Teurer und lieber Pater!

Ihr Brief hat uns sehr getröstet; wir hatten große Angst wegen Ihrer Reise, da Sie ja schon vor der Abreise etwas erschöpft waren. Gott sei gepriesen und verherrlicht durch Ihre Reise, Ihre Arbeit und Ihre Mühen! Ich empfinde es sehr lebhaft und leide darunter, Sie ganz allein in Marseille zu wissen; ich bitte den lb. Gott, uns jemand zu schicken und uns Arbeiter für diese Gründung zu senden; wie Sie sagen, ist vielleicht die Stunde Gottes noch nicht dafür gekommen.

Ich habe das Fest des hl.Franz von Paul als Einzugstag erwogen; der Tag der ersten Messe, wo man singt: L a e t a r e s t e r i l i s q u a e n o n p a r t u r i s; die Lesung vom Sohn der Verheißung, das Evangelium von der Brotvermehrung, ein Bild der Hl. Eucharistie; der Königstitel, der Unserem Herrn zum erstenmal gegeben wird: all das möge die Gnade der Gründung sein!

Gestern leisteten wir Seelsorgsdienst und am Abend mußten wir Ihre Geldanweisung absenden; ich bitte Sie, behalten Sie eine Teilsumme für Ihre Bedürfnisse; ich leide darunter, Sie so arm zu wissen.

Ich halte mit beim Verkosten der Dragées und beteilige mich am Taufschmaus; der gute Herr Brunello ist das L a e t a r e und wir seine ihm innigst zugeneigten und dankbaren Kinder. Diesem guten Pater hatte ich schon vor langer Zeit meinen Gedanken mitgeteilt; er hatte ihn gutgeheißen und mich dazu ermutigt. Wie wunderbar sind die Pläne Gottes! Wie versteht er es, die Extreme zu verbinden und das einander anzunähern, was so entfernt schien!

Ich will an Fräulein Marin schreiben, ich wartete dafür Ihren Brief ab.

Alles läuft. Gestern haben wir unsere Monatsexerzitien gehalten. P. Champion hat sie gegeben; ich war sehr erbaut über das, was er gesagt hat; man sieht, daß er die Gnade des WERKES hat.

Schreiben Sie uns von Zeit zu Zeit, das ist eine Entschädigung für mich wegen Ihrer Abwesenheit und ein Trost für alle: alle grüßen Sie herzlichst, ebenso auch ich.

Ihr im Herrn ergebener

Eymard, S.S.S.

Ich wartete auf die Exemplare des Artikels (notice); ich werde Ihnen eine gewisse Anzahl davon zuschicken; man wollte meinen Namen daruntersetzen, leider! Welch ein Name! Es wäre wohl besser gewesen, ihn zu verstecken.

Ich öffne meinen Brief neuerlich, um Ihnen mitzuteilen, daß sich das Innenministerium nicht mehr gemeldet und auch nichts zugeschickt hat. Hochw. Herr Abadie hat 5 Fr. spendiert, ich habe sie diesen Damen gegeben.

An hochw. Pater de Cuers

Pater vom Hlst. Sakrament

Nau-Straße, ehem. Minoritenkonvent

Marseille.


Nr.0802

An Frl. Stephanie Gourd

Paris, 8. April 1859.

Gute Tochter!

Danke für Ihren Brief. Ich bin mit Ihnen und Ihrer Arbeit und ein wenig über Ihre Tugend zufrieden. Es gefällt mir, daß Sie es zustandebringen, den lb. Gott stehen zu lassen zugunsten des Nächsten, u.zw. bereitwillig und ohne Skrupel; das ist echte Liebe zu Gott, die nur eine einzige Sache anstrebt, nämlich seinen hl. Willen; und nur auf eines bedacht ist, nämlich auf sein göttliches Wohlgefallen.

Fahren Sie in dieser Art fort, meine gute Tochter, und üben Sie sich unablässig in der Geduld, in der Milde, im Ertragen, in der gleichförmigen Stimmung, mit einem Wort: in der Nächstenliebe, da Ihre große Inanspruchnahme der Nächste ist, und der gute Meister Sie darin einübt: das ist der königliche Dienst.

Beherzigen Sie, gute Tochter, daß es ein großer Unterschied ist, ob man den Nächsten für Gott liebt oder für den Nächsten arbeitet allein Gott zuliebe. Das erste ist ein Grundsatz; das zweite ist ein unablässiges Opfer. Wieviel kostet es einen, vom Nächsten nur Herausforderung und Vergessenheit zu erfahren! Und trotzdem ist es das, was man aus Liebe zu Gott allein suchen muß; wenn man bloß die Wertschätzung und den Segen des Herzens Gottes hat, das müßte uns genügen.

Man soll sogar diesem guten Meister danken, wenn die Lehrmeister in Ihnen einen Fehler zu finden glauben; sie helfen Ihnen, gute Tochter, daß Sie über sich wachen und sich kennenlernen.

Schlafen Sie, schlafen Sie gut; weder ein Opfer des Schlafes noch der Nahrung, sondern nur Opfer des Eigenwillens.

Ich hoffe, daß Sie der lb. Gott bezüglich Ihres Großvaters und guten Vaters erhört hat, denn wir trennen sie in unseren Gebeten nicht.

Ja, ja, wenn der lb. Gott zum Gebet und zum Leiden führt, dann will er seine Gnade gewähren.

Beunruhigen Sie sich nicht darüber, ob Sie richtig betrachten und gut beten können, sondern führen Sie Ihre Übungen aus, als ob Sie darin gut zurechtkämen. Das wird wahr, denn die Gnade Gottes wird alles ersetzen.

Gehen Sie zum lb. Gott, um sich IHM ganz anzubieten, IHM alles zu sagen, was Sie an Gutem wissen; und über den Rest machen Sie sich keine Sorgen.

Ich möchte wohl, daß Sie nach Paris kämen; das würde Ihnen allen guttun, und für uns wäre es eine große Freude.

Adieu, gute Tochter. Ich verbleibe im Herrn

Ihr ergebenster

Eymard.

An Fräulein Stephanie

in Thorins-Romanèche (Saône-et-Loire).


Nr.0803

An de Cuers

Paris, 19. April 1859.

Muß 9. April heißen!

Lieber Pater!

Ich habe nur soviel Zeit, Ihnen folgendes mitzuteilen:

  1. Daß ich das Geld erhalten habe; Gott vergelte es Ihnen.
  2. P. Champion meint, daß es im vorliegenden Fall genügt, wenn der dem Altar gegenüberliegende Raum nicht für Schlafzwecke benützt werde.
  3. So sind Sie also straffällig geworden! Wie haben wir darüber gelacht.
  4. Morgen werden die Blätter zur Post gebracht.

T i b i t o t u s i n C h r i s t o e t o s c u l o s a n c t o

Eymard, S.


Nr.0804

An de Cuers

Paris, 13. April 1859.

Lieber Pater!

Soeben habe ich Herrn Knoll, unseren ehemaligen Tischler, aufgesucht und ihm den Vorschlag unterbreitet, für unsere Arbeiten nach Marseille zu reisen; er hat sich einen Tag Bedenkzeit erbeten; nun kommt er und sagt, daß er den Vorschlag nur unter den folgenden Bedingungen annehme: 1. Er besorgt sich selber die Kost und nimmt gerne Wohn- und Schlafgelegenheit an; 2. Er zieht es vor, allein hinzukommen. 3. Die w i c h t i g s t e B e d i n g u n g ist, daß er diese Arbeit in Akkord ausführen und nicht nach Tagschichten arbeiten will; ich habe ihn gefragt, nach welchen Gesichtspunkten er denn den Preis festlegen würde; er antwortete mir: "nach den gängigen Preisen von Marseille; das wird Sie nicht teurer kommen als nach Tageslöhnen, und ich werde mehr arbeiten."

Das, lb. Pater, sind seine Bedingungen; er ist ein hervorragender Arbeiter, geschickt und wendig; es ist vielleicht vernünftiger, seine Bedingungen anzunehmen, er ist ein ehrlicher Mensch. Ich habe ihm erklärt, er solle am Samstag oder Sonntag herkommen, dann könnte er Montag oder Dienstag abreisen, denn er braucht einige Tage, um seine Arbeit hier zu regeln; schreiben Sie ihm als sofort!

Ich habe den vorzüglichen Herrn v. Saint-Louvent getroffen; wir haben ihn wie einen Freund empfangen; ich glaube, er interessiert sich ein wenig für unser Leben: er wird einen Monat daheim verbringen, dann werden wir ihn bei seiner Rückkehr wiedersehen.

P. Eymar hat noch immer dieselben Anschauungen; wir müssen dieses Opfer bringen. Gott wird ihn ersetzen; in der Zwischenzeit zahlen wir mit unserer eigenen Person. Er packt seine Koffer, Gott sei gepriesen! Wie gut ist er jedoch, uns ein wenig zu prüfen.

Ihr hübscher Speisekelch wird am Mittwoch der Karwoche vollendet sein; er wird Ihnen dann sofort zugeschickt; er kostet 299 bis 300 Francs.

Geben Sie auf sich acht, es bleibt noch ein langer und beschwerlicher Weg zurückzulegen, wir brauchen viel Kräfte.

Alles läuft hier wie gewöhnlich. Grüße an den guten Pater Brunello.

Ihr im Herrn ergebenster

Eymard, S.S.S.

An hochw. Pater de Cuers

Religiose vom Hlst. Sakrament

Nau-Straße Nr. 7, ehem. Minoritenkloster

Marseille.


Nr.0805

An Elisabeth Mayet

Rom, 15. April 1859.

Danke, gute Tochter, für Ihre Vorwürfe. Ich verdiene ihn wohl ein wenig, denn als ich am Haus des guten Herrn Toni vorüberzog, habe ich wohl hingeschaut, ob jemand dort zu sehen war, weil ich ja nur durch Winken grüßen konnte; überdies wissen Sie vielleicht, was mich in Lyon aufgehalten hat. Es handelt sich um einen lb. Kranken, dem ich bis jetzt noch nicht helfen konnte.

Dieses arme Lyon! Es ließ mein Herz klopfen; ich sah aus dem Wagen, ob ich jemand aus meinem Bekanntenkreis erkennen würde; ich bin nur einem jungen Mann begegnet, der mich gut angeschaut und mich nicht erkannt hat. So geht es im Leben: man geht vorüber und wird schnell vergessen; das ist richtig so: G o t t a l l e i n b l e i b t b e s t e h e n!

Ich war in Rom glücklich, meine gute Tochter, denn dort ist alles so groß, so apostolisch - die Religion ist dort zu Hause. Jesus Christus ist in Rom König; und mit welcher Bewegtheit besucht man diese ehrwürdigen Orte, die seit Jahrhunderten in Ehren gehalten werden. Dort steigt der Glaube von allen Steinen auf, von allen Sandkörnern, die mit dem Blut der Märtyrer begossen wurden. - Beim Verlassen des Mutterlandes der Katholiken dreht man sich hundertmal um, um den Petersdom nochmals zu sehen und ihm A u f w i e d e r s e h e n zu sagen.

Der Hl. Vater war so gütig zu unserem Werk und zu mir, er wollte das Breve eigenhändig unterzeichnen; und beim Abschied sprach er immer wieder: "Gott segne Ihre Gesellschaft".

Ja, Gott wird sie segnen, denn sie gehört ihm, kommt von ihm und ist ganz für ihn da.

Wir gründen zur Zeit ein Anbetungshaus in Marseille; beten Sie für diese kleine Tochter, die so arm und so schwach, aber mit Jesus Christus reich ist.

Wie bin ich über die Worte glücklich, die Sie mir über diesen guten Pater Mayet schreiben; sein Herz ist stets großzügig und freundlich im Herrn - ich möchte ihm alles vergelten, denn er ist der vertrauteste meiner Freunde.

Und was machen Ihre guten und heiligen Witwen? Sagen Sie ihnen, daß ich sie vor dem lb. Gott nicht vergessen habe, auch wenn ich ein träges Schweigen eingehalten habe; und daß mir ihre Tränen wie ihr Leben vor Unserem Herrn stets gegenwärtig sind.

Und dem guten Toni sowie seiner teuren und vielgeliebten Klara und der ganzen zahlreichen Familie wünsche ich, daß Gott ihnen die Ehre, die Tugend, die Macht seiner Liebe aus seiner rechten Seite und seinem Herzen schenken möge; und dazu noch eine M i l l i o n.

Leben Sie wohl, gute Tochter, diese Fräulein sind von Gott gesegnet, sie haben manches Kreuz tragen müssen; dies ist eine große Gnade, aber sie lieben den guten Gott.

Ich bleibe stets der treue und liebende

Freund der Familie Mayet.

Ihr ergebenster

Eymard.

An Fräulein

Elisabeth Mayet

St.Klara-Platz 6 oder 8

L y o n


Nr.0806

An Frl. Jenny Gaudioz

Paris, 15. April 1859.

Gnädiges Fräulein!

Ich möchte Ihren Brief vom 13. beantworten. - Ich werde das Stillschweigen darüber bewahren und habe den Brief vernichtet. - Folgendes ist nun meine Einstellung zu Schwester Benedikta: sie ist demütig, abgetötet, einfach und unwissend über alles, was in ihrem Zustand außergewöhnlich ist. - Hier beachtet man dies nicht einmal, sodaß ihre Gnaden unbewußt sind, wenn es Gnaden sind. - Sie erbaut uns durch ihr Verhalten sehr. - Ich stelle nichts fest, was von ihrer Seite einen Schwindel vermuten ließe. Sie hat mir das erzählt, was Sie mir schreiben. - Vor ein paar Tagen ist sie zu mir gekommen und sagte: "Fräulein Jenny leidet, möchten Sie, daß sie hierherkommt, um sich auszuruhen?" Und ich habe ihr geantwortet: "Sehr gerne".

Gewiß gibt es auf ihrem Weg viel Außergewöhnliches, aber wir nehmen uns sehr in acht, um nicht danach zu handeln oder zu urteilen, sondern vielmehr nach den Regeln der Klugheit und des Glaubens.

Ist nun das, was Schwester Benedikte von Ihnen gesagt hat, wahr? Ich weiß es nicht. Ich kann Ihnen nur sagen, daß Sie, falls Sie hierherkommen, wie ein Kind der Familie aufgenommen würden und vielleicht recht glücklich sein würden, denn es ist ein sehr schönes Leben.

Die geringe Neigung, die Sie dazu haben, ist vielleicht nur eine natürliche Ansicht aufgrund Ihrer Tante Margarete, die Sie vielleicht ein bißchen fürchten, die aber anderseits sehr klug ist und Gott liebt.

Könnten Sie nicht vielleicht hierherkommen auf einige Zeit wegen Ihrer Gesundheit, dann könnten Sie an Ort und Stelle dieses Leben der Anbetung prüfen?

Wenn Sie aber nicht ein gemischtes Gefühl von Wunsch und Furcht, von Freude und Trauer verspürten, sondern im Gegenteil über diesen Gedanken herzukommen ganz entmutiget würden, dann ist es besser zu warten.

Dies also, gutes Fräulein Jenny, ist alles, was ich Ihnen sagen kann; ich werde innig für Sie beten, rechnen Sie auf meinen vollen Einsatz.

In Unserem Herrn verbleibe ich, gutes Fräulein

Jenny, Ihr ergebenster

Eymard.


Nr.0807

An Frau v. Grandville

Paris, 16. April 1859.

Teuerste Tochter im Herrn!

Ich machte mir Vorwürfe über mein Schweigen und begann mich über Sie zu beunruhigen; Ihr Brief hat mich ein wenig erleichtert, vor allem die Mitteilung, daß Sie Ihr kostbares Indult wieder gefunden haben. Ich machte mir bereits Gedanken, Mittel ausfindig zu machen, es zu ersetzen; ich hatte sie auch gefunden, doch dies ist nun unnütz geworden.

Ich habe inzwischen die schöne Altargarnitur erhalten, die Sie Unserem Heiland geschickt haben; herzlichen Dank in seinem und in meinem Namen. Ich schäme mich wirklich, ein so undankbarer Armer zu sein, der sich im Danken so nachlässig erweist; zum Glück ist der göttliche Vergelter über mir und kommt mir zuvor.

Ich habe Ihnen einige Notizen über unser Werk geschickt. Ich wünschte, daß Sie diese dem Herrn Obern des Großen Seminars zum Lesen geben.

Bezüglich Ihrer Exerzitien werde ich Sie gerne hier in einem Haus neben uns aufnehmen, wenn es Ihnen so angenehm ist; und das wäre auch für mich günstiger. Ich könnte Sie leichter aufsuchen; nur dürfen Sie es nicht herumerzählen, denn ich möchte kein Werk für Exerzitien schaffen.

Bezüglich des Zeitpunktes wäre mir die Zeit Mitte Mai recht, wenn es Ihnen ausgeht; denn im Monat Juni werde ich zu sehr beschäftigt sein.

Wir gründen ein Haus in Marseille, und ich werde gezwungen sein, einige Wochen vor Fronleichnam dort zu verbringen, um alles in Gang zu setzen.

Ich sehe wohl, liebe Tochter, daß Sie immer schwach und leidend sind. In einem solchen Zustand muß man es machen wie die Kranken: für Jesus und mit Jesus leiden; vermehrt kleine Stoßgebete verrichten; sogleich wieder die vorausschauende Gewissenserforschung am Morgen aufnehmen, mittags sich über den Vormittag Rechenschaft geben (über die Geduld) und abends den ganzen Tag überblicken; jede dieser drei Übungen soll nicht länger als eine bis zwei Minuten dauern. Ihr leidender Zustand wird alles Übrige ersetzen.

Aber, gute Tochter, Sie sehen doch, wie sehr Sie der hl. Kommunion bedürfen: sie ist Ihre ganze Kraft und Ihr Leben. Gehen Sie also immer zur hl. Kommunion!

Bei den gewöhnlichen Versuchungen betet man; bei den außergewöhnlichen verrichtet man irgendein Bußwerk; und wenn sie andauern und nicht weichen wollen, geht man beichten, wie Sie es getan haben.

Also Mut, möge Sie Gott nach Paris führen! Ich habe ein großes Verlangen, Sie zu treffen, und daß Sie unser k l e i n e s W e r k des Hlst. Sakramentes sehen können.

In seiner göttlichen Liebe verbleibe ich

ganz Ihr

Eymard.

P.S.- Haben Sie die Güte, in Nantes den Geburts- und Taufschein von Anna-Veronika Dupique ausfindig machen zu lassen. Sie gibt an, im Pfarrbereich von Saint-Similien Jahr 1822 geboren und getauft worden zu sein. Als sie sich mit Herrn Dufour verehelicht hatte (er ist inzwischen verstorben) glaubt sie, 30 oder 31 Jahre alt gewesen zu sein. Sie ist Tochter von Anton Dupique und der Maria Guichard; ihr Pate hieß Girau und ihre Patin Veronika Dupique, ihre ihre Schwester. Wir brauchen diese Dokumente, um sie in einem Armenhaus unterzubringen, denn sie ist wirklich sehr arm. Vielleicht sind ihre Namen orthographisch schlecht geschrieben, aber mit ein wenig gutem Willen wird man sie schließlich finden.

An Frau von Grandville

St.Lorenz-Straße 8

Nantes


Nr.0808

An Frau Jordan

Paris, 16. April 1859.

Gnädige Frau und teure Schwester im Herrn!

Ich habe mich Ihrer Freude über diese Ernennung gerne angeschlossen. Sie fragen mich, was ich getan habe? Sie können es sich leicht ausdenken.

Nun braucht es für diese Leute noch ein rotes Band; dazu noch eine heilige und glückliche Nachkommenschaft; darum müssen wir noch beten.

Ich habe Frau Nugues getroffen; ich bin über diese würdige Schwester des Herrn Giraud sehr erbaut und erfreut; wir haben unsere Bekanntschaft vertieft, und Sie stehen dabei ein wenig in der Mitte. Sie hat mir 50 Franken übergeben; bitte fragen Sie nach, für wieviele Messen das Geld bestimmt ist: ich habe mir darüber eine Notiz gemacht, habe aber keine Zeit, sie herauszususuchen.

Nun stehen wir also in der Karwoche! Wie werden Sie da beten, anbeten und sich zu Füßen Unseres Herrn verzehren!

Ach, mein Gott! Wenn man doch wenigstens diese armselige Natur töten könnte! Ist es denn möglich! Täglich entdecke ich ganze Nester von Fehlern und Armseligkeiten, die bisher schön verborgen geblieben sind; und nun geht es mir wie jenem Mann, der sich für leidlich gut hielt, tatsächlich aber a r m, b l i n d und elend ist.

Beten Sie für mich als Beweis Ihrer mitleidigen Liebe.

Sie müßten einige Notizen über unser Werk erhalten haben. Es fängt ganz klein an; aber wenn Gott dieses Samenkörnlein segnet, wird es groß werden.

Leben Sie wohl! Ganz im Herrn mit Ihnen vereint,

bleibe ich Ihr ergebenster

Eymard, S. S.

An Frau C. Jordan, rue de Castries 10, Lyon.


Nr.0809

An de Cuers

Paris, 17. April 1859.

Vielgeliebter Pater!

Beunruhigen Sie sich nicht über uns: schickt Gott die Prüfung, gibt er auch die Gnade dazu; wir müssen auf Jesus Christus bauen und nicht auf Fremde und Gönner, überhaupt auf kein Geschöpf, wer immer es sein mag. Gott wollte unsere Liebe auf die Probe stellen, und ich wage zu behaupten, daß sich alle, die hier sind, voll einsetzen für den eucharistischen Dienst am Guten Meister.

Herr Eymar ist am Freitag um 13 Uhr mit seiner Schwester und einem Fräulein, das er herkommen ließ, abgereist. Bei seinem Abschied hat er sich korrekt verhalten. Gott hat seine Pläne: jeder hat rund um das Hlst. Sakrament seine Aufgabe.

Tags darauf, Samstag, stellte sich eine andere empfindliche Prüfung ein. Herr Clavel erhält einen Brief mit der Nachricht, daß sein Onkel in Montpellier sehr krank sei und eben einen Anfall erlitten habe. So hat mir dieser gute Mitbruder gesagt: "Wären wir zahlreicher, würde ich Sie bitten, sofort hingehen zu dürfen, um meinen Onkel zu besuchen; aber dadurch würde der Anbetungsdienst leiden, somit bleibe ich. Wenn mein Onkel gestorben ist, wäre es zu spät; wenn er ernsthafter erkrankt ist, wird man es mir schreiben; im übrigen ist er in den Händen Gottes und ich stehe unter dem Gehorsam."

Sehen Sie, lieber Freund, wie so etwas die Prüfungen entschädigt!

Heute habe ich Herrn Koll getroffen; er wird Donnerstag um 2 Uhr nachmittag abreisen und bei Ihnen am Freitag abend mit seinen Sachen einlangen. Ich werde ihm 200 Fr. für seine Reise und die ersten Auslagen vorauszahlen, sogar 300 Fr., wenn ich kann.

Ich komme von der Anbetung und habe zu Unserem Herrn gesagt: "Ich will Herrn Koll, wie es Deine Vorsehung will, senden; für Dich wird er arbeiten; ich habe eine Banknote von P. de Cuers. Damit bezahle ich die ersten Auslagen. Abgemacht!"

Als ich gerade um 14 Uhr ausgehen wollte, kam Herr Koll und eine Dame ins Sprechzimmer; sie brachte mir von der Mutter Oberin der Blindenschwestern en compte (?) 300 Fr.

Sehen Sie, guter Pater, wie unser Vater im Himmel seinen göttlichen Sohn liebt und zufrieden ist mit dem, was wir für ihn zu tun wünschen!

Möglicherweise bringt Ihnen Herr Koll einen braven Jungmann mit 16 Jahren mit; er hat seine 5. Klasse gemacht (cinquième) und ist weise und fromm; ich prüfe ihn. Ich bin ruhiger, wenn ich Sie mit jemandem zusammen weiß.

Das Ziborium ist sehr hübsch; Herr Koll bringt ihn mit, ebenso den Rest.

Gepriesen sei dieser schöne Ostertag, der uns dieses Haus hier in Besitz nehmen ließ! Möge Unser Herr im Haus von Marseille auferstehen. Vertrauen und Geduld, lieber Mitbruder!

Unser guter Meister ist unsere Kaution und U n s e r K ö n i g.

Tausend Grüße von allen

Ihr in J.Chr. ergebener

Eymard.


Nr.0810

An Mariette Guillot

Paris, 17. April 1859.

Teuerste Tochter!

Ihr erster Brief hat mir Ihre gute Schwester Margarete empfohlen; ich tue es wohl, aber der lb. Gott tut es besser als ich, denn es ist wirklich wunderbar zu sehen, wie wohlauf sie ist und mit welcher Kraft sie das Gewicht so vieler Kreuze trägt.

Ihr zweiter Brief spricht über:

  1. die Unruhe wegen Ihrer kurzen Beichten. Hier ist meine Antwort, meine Tochter: Je einfacher und kürzer, wie Sie es nennen, eine Beichte ist, desto besser ist sie. Es macht gar nichts, wenn man Ihnen diese Vorwürfe macht! Ich preise Gott dafür, seien Sie immer so. Beunruhigen Sie sich nicht darüber, daß Sie nicht lang und mit Einzelheiten beichten können; die Kinder haben rasch alles gesagt. - Gute Tochter, seien Sie stets ein Kind der Einfachheit!
  2. Sie ängstigen sich wegen Ihrer Kommunionen, weil Sie glauben, daraus keine Früchte zu ziehen. - Selbst Ihr Beichtvater hat Sie darin etwas verwirrt.

Hier, meine gute Tochter, eine Regel, die zu befolgen ist:

Kommunizieren Sie trotzdem mit Einfachheit, da er es Ihnen gesagt hat. Diese Frage war eine Bewährungsprobe oder ein Kennzeichen des Interesses; und ich sage Ihnen noch: kommunizieren Sie immer, Sie brauchen das wie der Arme, wie der Kranke, wie die Tochter des Kreuzes.

Schreiten Sie zum Tisch des Herrn mit Ihrer Armut und Ihren Armseligkeiten, aber auch mit Vertrauen und Liebe, das ist die beste Einstellung, die Sie haben können.

Schauen Sie nicht mehr, lb. Tochter, auf Ihren Fortschritt noch Ihren Gewinn, sondern auf Ihre Bedürfnisse und die Sehnsucht, den guten Gott zu lieben.

3. Gelegentlich langweilen Sich sich, meine Tochter, und fürchten sich vor der Zukunft mit allen ihren Kreuzen, die Sie umgeben und erwarten. Hören Sie, meine Tochter: Ihr guter Vater, der im Himmel ist, für den Sie arbeiten und leiden, aus dessen Liebe Sie in der Welt alles geopfert haben, er wird Sie nicht verlassen. Überlassen Sie ihm die Sorge über Ihre Zukunft und Ihre alten Tage. Aber Sie sagen sich: Ich habe für Gott nichts getan! Arbeiten Sie immerfort; und ohne nachzuzählen, legen Sie etwas in Ihre Sparbüchse; der lb. Gott wird mehr als Sie hineinwerfen und er wird Ihre kleinen Verdienste verhundertfachen.

4. Sie handeln richtig so in den Angelegenheiten mit Ihrer Tante; recht so; gar nicht schlecht, fahren Sie so fort!

5. Gott wird Ihrer Schwester Margarete das Gute und für das Böse, das man über sie verbreitet, mit seinem Segen vergelten. Beten Sie für diese armen Töchter von Lyon!

6. Nein, meine Tochter, Sie werden nicht allein sein, wenn Sie Ihrer Tante die Augen geschlossen haben; Sie werden hierherkommen und sich zu Füßen des guten Gottes ausruhen; aber Sie werden in Lyon noch gebraucht.

7. Schicken Sie uns Ihre lb. Schwester Claudine; Ostern steht vor der Tür, Sie müssen alle eingeschifft werden. Sie wird herkommen, um Ihren Platz vorzubereiten.

Ich wollte ihr schreiben, habe aber nicht die Zeit dazu. Sie werden mein Wort und mein Segen sein.

Adieu, gute Tochter, Mut und Zuversicht!

Ihr im Herrn ergebenster

Eymard.

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19. April 1859, an P. de Cuers: nach Troussier muß

das Datum 9. April 1859 heißen.

Siehe dort!

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Nr.0811

An de Cuers

Paris, 20. April 1859.

Lieber Pater!

Herr Koll kann erst morgen, Donnerstag, mit dem Zug von 23 Uhr abreisen, weil seine Dinge nicht früher erleigt werden konnten. Er fährt allein, der Ihnen von mir angekündigte junge Mann liefert keine ausreichende Gewähr, einen solchen Versuch zu machen; die letzten Informationen, welche mir die göttliche Vorsehung geschickt hat, während ich ihn gerade prüfte, haben ergeben, daß er leichtsinnig, wenig fromm und faul ist. Sie verstehen, daß dies genügte. Lassen Sie Herrn Koll nicht anmerken, daß er arbeitslos werden kann, denn ich glaube, daß er für uns viel zu tun haben wird.

Ich habe ihm die Fehler der hier von ihm angefertigten Beichtstühle gezeigt; so wird er, wenn ich mich nicht täusche, folgendes anfertigen: 1. zwei Altäre, vor allem jenen für die Aussetzung; 2. das gezierte Täfelwerk wie jenes im Kloster des Guten Hirten als Hintergrund hinter dem Altar; 3. die Kommunionbank; 4. den Aussetzungsthron; 5. die Kredenz in der Sakristei; 6. einen Strahlenkranz hinter der Aussetzung; 7. Türen usw.

Was das Holz betrifft, denke ich, daß ein Lieferant uns solches für 3 Monate im voraus liefern wird, wie es üblich ist; und wenn es sein muß, werden wir eine Anleihe machen; denn bei den notwendigen und wesentlichen Dingen des Kultes für Unseren Herrn Jesus Christus muß man eben nach Feststellung der Dringlichkeit mutig voranschreiten: dies ist die wichtigste Voraussetzung für den Zweck unseres Dienstes; und Sie wissen, mit welcher Güte der Gute Meister uns stets behandelt hat.

Was den Aussetzungsaltar betrifft, scheint mir, daß er so angefertigt werden soll, daß er mit weiteren Stufen ausbaufähig bleibt und pyramidenartig angelegt wird, wie es alle Aussetzungsaltäre des 40stündigen Gebetes in Rom sind; zu diesem Zweck muß der Tabernakel oder der Aussetzungsort erhöht sein; die Aussetzung der Sakramentinerinnen in Rom ist über 4 bis 5 Stufen erhöht; diese werden an gewöhnlichen Tagen einfach, an Festtagen jedoch feierlich geschmückt; und da wir das höchste Gut in der Nebenkapelle aufbewahren können, um der Regel zu entsprechen, muß man einen passenden Tabernakel anfertigen.

Der Onkel von Herrn Clavel ist gestorben; gestern, Dienstag, mußte die Beerdigung stattfinden; was wird somit geschehen? Wir wissen es nicht. Herr Clavel zeigt noch immer eine gute Einstellung; weil er aber Teilerbe ist, muß er vielleicht eine Reise nach Montpellier antreten; der Gute Meister wird dafür sorgen.

Wir werden unter der Kommunionbank, wo die Orgel steht, ein kleines Grab errichten, damit wir den Gründonnerstag und Karfreitag feiern und Unseren Herrn anbeten können.

Morgen wird Herr Carrié eingekleidet und ich beabsichtige, ihn das einjährige Gelübde des Gehorsams ablegen zu lassen.

Wir beten innig für Sie.

Die Mutter Oberin des Klosters vom Guten Hirten sendet Ihnen drei Paar Halbschuhe. Herr Koll wird sie Ihnen mit den anderen Sachen bringen.

Schonen Sie Ihre kleinen Kräfte für den Guten Meister und den großen Tag seiner Aussetzung in diesem neuen Zönakel.

Wir sind heilfroh, für Unseren Herrn etwas Zusätzliches zu tun.

Ich verbleibe, vielgeliebter Pater, in der Liebe Christi Ihr ergebenster

Eymard, S.S.S.


Nr.0812

An Frau Tholin

Alles aus Liebe zu Jesus in der Hostie.

Paris, 22. April 1859.

Teuerste Schwester im Herrn!

Ich kann mir dieses lange Schweigen Ihnen gegenüber nicht anders erklären, als daß ich mich der Trägheit und des Zustandes eines überallhin gehetzten Menschen anklage. Ihre Huld wird es mir wohl verzeihen. Vor dem Herrn war es aber nicht so; ich habe nie und nirgens aufgehört, Sie unserem guten und gemeinsamen Meister zu empfehlen und aufzuopfern, vor allem, weil ich weiß, daß Sie daran waren, diesen Ort der Verbannung zu verlassen, der aber immerhin viel Schönes und Anziehendes hat - durch die beständige Erneuerung der Liebesgeheimnisse des Kalvarienberges und des Zönakels. Ich habe den guten Meister recht gebeten, Sie noch nicht sterben zu lassen und er hat mich erhört; also heißt es für Sie noch lieben und leiden, bis der Rest des Weges durchmessen ist, der Sie noch vom Tabor der ewigen Anschauung trennt.

Entzünden Sie in den Herzen das göttliche Feuer; in so vielen Seelen ist es am Erlöschen. Treiben Sie die Furchtsamen und Feigen an; gewinnen Sie diejenigen, die das Sagen haben; trachten Sie, zu erreichen, daß Jesus Christus wenigstens an einigen Orten und über einige Herzen als König herrsche!

K a r s a m s t a g! - Ihr letzter Brief traf diesen hier angefangen und unvollendet; so passiert es mir öfters, gut anzufangen und nichts fertig zu machen.

Ich seufze darüber recht sehr vor Gott und bitte ihn oft, er wolle mich sterben lassen oder mich in irgend eine Ecke stellen, nahe beim Tabernakel.

Ich komme rasch zu Ihrer Anfrage von Exerzitien für St. Chamond. Ich würde aus ganzem Herzen annehmen, aber ich befürchte, daß mein Austritt von den Maristen, sowie deren Nähe zum Kolleg und die Zurückhaltung, die ich ihnen gegenüber üben muß, im Herzen des hochwst. Pater Generals vielleicht einen peinlichen Eindruck entstehen läßt; auch die Schwierigkeit, in die der Herr Pfarrer dadurch kommen würde, muß beachtet werden. Dies, liebe Schwester, läßt mich Ihnen die Schwierigkeiten darlegen; bitte prüfen Sie dieselben vor Gott und schreiben Sie mir, was Sie darüber denken. Andererseits wäre es eine Vermessenheit, mich zu diesem Zeitpunkt zu verpflichten, wenn uns Gott nicht Verstärkung schickt: einige meiner Mitbrüder sind müde und leisten keinen Dienst zu Füßen des guten Meisters; andere sollten zwar kommen, aber es können auf dem Weg so viele Schwierigkeiten auftauchen, daß ich über den Zeitpunkt nichts zu sagen wage. Wenn man mir ein wenig Spielraum läßt, verspreche ich Ihnen, die Exerzitien zu übernehmen; wenn die Sache zu der von Ihnen angegebenen Zeit festgelegt wurde, zeigt mir der gute Meister darin seinen anbetungswürdigen Willen. Dann aber rechnen Sie nicht mit mir für St. Chamond.

In zwei oder drei Monaten muß ich nach Marseille reisen, um die neue Gründung anlaufen zu lassen, die der Herr uns dort vornehmen läßt. Meine (im Herrn) festgelegte Absicht war es, Ihnen auf der Durchreise den Gruß des Herrn zu überbringen und einen Tag lang bei Ihnen zu bleiben. - Über die Frage der Exerzitien von Amplepuis sage ich Ihnen nichts, weil sie dasselbe Problem wie jene in St. Chamond darstellen: ein oder zwei Ansprachen auf der Durchreise in Tarare sind möglich.

Dies, gute Schwester, ist meine Antwort, die Sie am hl. Ostersonntag mit meinem Segen im Namen des auferstandenen Herrn erhalten werden, samt meinen Gebeten und guten Wünschen, daß Sie auch ganz zu neuem Leben auferstehen möchten, um nur mehr für Jesus im Hlst. Sakrament allein zu leben, zu denken, zu wünschen und zu wollen und sich ganz in seinem Dienste zu verzehren.

Versuchen Sie sich die Zeitung "La Voix de la vérité" vom Gründonnerstag zu besorgen; darin befindet sich ein Artikel über unsere Gesellschaft, den zu qualifizieren mir nicht zusteht.

Mit Ihrer guten Schwester sprach ich über Ihren lb. Vater als Anbeter; ich versichere Ihnen, daß dies mein erster Gedanke war, als Sie mir erzählten, daß er in die Große Karthause gehe. - Ich werde nach Ostern Ihren Bruder und Künstler in Plaisance besuchen; ich habe es Ihrer Schwester versprochen; was für ein Glück, wenn ich seiner Seele nützen könnte!

Meine herzlichen und ergebenen Grüße für Ihre lb. Kinder, die gute Mutter Klara. Ich habe Ihnen Aufzeichnungen nach Tarare geschickt; Sie werden diese dort vorfinden.

Adieu, liebe Schwester im Herrn!

Ihr ergebenster

Eymard, S. S.


Nr.0813

An Frau Tholin

Ostersonntag 1859.

(Troussier: 24. April!)

Teuere Tochter in Jesus, der Hostie!

Der Friede des auferstandenen Herrn wohne allzeit in Ihnen!

Ich habe Ihnen in meinem letzten Brief nichts erzählt von den Ablässen und der Aggregation. Wir haben eine Aggregation; ich werde Ihnen in Kürze ihre Grundregeln unterbreiten.

Wir haben für die Aggregierten einen täglichen vollkommenen Ablaß erhalten; und für jene, die am betreffenden Tag nicht zur Kommunion gegangen sind, 7 Jahre und 280 Tage: dies ist unser Reichtum und unser Segen.

Sollte das Angebot, das ich für St.Chamond gemacht habe, auch nur die geringste Furcht aufkommen lassen, so betrachten Sie dies bitte als einen Ausdruck des hl. Willens Gottes dagegen.

Jesus segne Sie, Ihre lb. Kinder, Ihren Gatten, all die Ihren.

In Jesus Christus verbleibe ich

Ihr ergebenster

Eymard, S. S.

An Frau Tholin

im Kloster der Schwestern des hl. Josef,

in St.Chamond (Loire)


Nr.0814

An de Cuers

Kein Datum, aber im P.S. steht: 26. April 1859

Lieber Pater!

Sie haben sicher schon Herrn Koll bei Ihnen, und er ist ohne Zweifel schon bei seiner Arbeit: Gott möge ihm Weisheit in seinem Werk verleihen!

Ich werde morgen, Mittwoch, ausgehen, Ihre Lampe und das Rauchfaß zu besorgen.

Es geht alles gut; jeder setzt sich mit Freude für den Dienst am Guten Meister ein. Die Fastenzeit hat uns geprüft, aber nicht ermüdet.

Herr Carrié ist somit im Anschluß an den Segen feierlich eingekleidet worden; er hat das jährliche Gelübde des Gehorsams abgelegt.

Wir haben die großen Zeremonien der Karwoche abgehalten; zu diesem Zweck haben wir dort, wo die Orgel steht, ein Grab gebaut; dies hat dem Haus etwas eucharistisches Leben vermittelt. Am Karsamstag gab es die Weihe des Feuers und der Osterkerze, dann die Messe. Der hl. Ostertag erstrahlte in Lichtern und Schmuck. Die Aussetzung der Mutter Oberin vom Kloster des Guten Hirten ist wunderbar auf ihre Kosten gekommen.

Das Fest wird an diesen zwei Tagen fortgesetzt.

Ich habe dem Guten Meister recht gedankt, daß er am hl. Ostertag zu Ihnen gekommen ist und dort Ihre Gastfreundschaft erhalten hat; möge er Sie segnen und Ihnen K r a f t, G e l d u n d F r e u d e schenken (1).

Ich habe hier Frau Chauvin, Paradiesstraße 83, und Fräulein Liotard getroffen. Beide werden sich für das WERK einsetzen; ich weiß zwar nicht in welchem Ausmaß, aber Gott wird es kundtun.

Noch nichts Neues bezüglich der Berufe, es ist noch nicht Zeit dafür, wir beten innig dafür zu Unserem Herrn.

Keine Nachricht über Herrn Eymar, außer daß uns Herr Matton besucht hat; dieser berichtete mir, Herr Courtois habe einen Generalvikar von Paris gebeten, Herrn Eymar zu erlauben, sein Werk zum hlst. Herzen in Paris zu errichten; man habe ihm geantwortet, daß schon genug Werke zu leiden hätten.

Ich fürchtete nichts mehr als diesen Schritt beim Erzbischof. Möge Gott dafür gepriesen sein!

Der Dienst am Guten Meister wird auch gut geleistet. Danke für Ihr Hilfsangebot, bereiten Sie dort den Abendmahlssaal vor, und zur Stunde Gottes werden wir kommen.

Alle lieben und grüßen Sie, alle beten hier für Sie.

Ihr im Herrn ergebenster

Eymard.

P.S.- 26. April 1859 - Frau Spazzier, die den Winter für die Malerei in Hyères verbracht hat, hat mich gebeten, Sie um einen Platz als Zeichenprofesorin im Kloster der Sakramentinerinnen Marseille zu vermitteln; das wäre schön, falls es möglich ist.


Nr.0815

An de Cuers

Paris, 6. Mai 1859.

Lieber Pater!

1. Ich bin bei Ihnen etwas in Verspätung; ich will es gleich gutmachen.

Ich war kurze Zeit abwesend, um in Lyon mich um diesen armen Kranken in Todesgefahr zu kümmern; leider: diese arme und so liebe Familie erlebt noch immer nicht den Trost, diesen Greis zu Gott zurückkehren zu sehen; er verharrt weiterhin in seiner Verstocktheit.

2. Noch ein kleines Kreuz ist eingetroffen. Herr Clavel ist Mittwoch abend mit Sack und Pack nach Montpellier abgezogen. Gedenkt er noch zurückzukehren? Ich weiß es nicht, ich habe ihn nicht danach gefragt. Er gab Frater Karl zur Antwort: "So Gott will!" Und ein Und ein anderes Mal meinte er, er würde nicht für lange Zeit abwesend sein.

Herr Carrié ist offizieller Anbeter geworden, der Gute Meister hat klar seinen heiligen Willen kundgetan; alles läuft gut, dank Gottes Hilfe; sollte jemand dem Ruf nicht Folge leisten, so werden wir Frater Karl an seine Stelle setzen: Gott möchte es.

Der gute Herr Carrié hat persönlich einen Brief geöffnet, der ihm gestern um 8 Uhr morgens die Nachricht vom Tod seines armen Bruders brachte. Sein Schmerz war recht groß; trotzdem hat er zu Mittag seine Anbetung gemacht, wobei er Kraft und Ergebung gefunden hat. Alle haben ihm hier ihr tiefes Mitgefühl ausgedrückt. Ihr Brief von heute morgen hat ihm sehr gutgetan; er hat diese Geste gebraucht.

Wie wohltuend ist doch die Nachricht aus Rom! Wie ist der lb. Gott doch gut! Ja, setzen wir unser Vertrauen auf ihn allein! Verstehen wir es zu warten und ein wenig zu leiden, ohne menschliche Hilfe, mit dem Schleier des Glaubens und der Hoffnung! Gott wird zu seiner Zeit kommen!

Vorgestern erlebte ich eine große Enttäuschung. Am 15. Mai ist die Rückzahlung an Herrn Pelissier von Toulon fällig; die Tante des Schuhmachers Barlazue hatte mir diese Summe zu denselben Bedingungen zugesichert, als am Mittwoch um 2 Uhr Herr Barlazue daherkam und mir berichtete, daß seine Tante eine gesetzliche Hypothek über unser Haus wolle. Ich habe ihm also gedankt und wollte unter solchen Bedingungen kein Geld, sondern vertraue auf die göttliche Vorsehung. Tags darauf bot mir zur gleichen Stunde eine Dame diese Summe an; ich habe sie angenommen und dafür die göttliche Vorsehung gepriesen, denn sie brachte mir diese Güte mit: es ist zwar nur ein Darlehen, aber heutzutage findet man niemanden mehr, der etwas borgt.

5. Ich habe Herrn Koll 200 Fr. vorausbezahlt für das, was wir ihm für seine Arbeit schulden werden; ich habe keinen Preis mit ihm vereinbart; er meinte, daß seine Preise vernünftig wären und nicht höher ausfielen als jene der Arbeiter in Marseille; wir könnten dies übrigens nachprüfen lassen. Da Herr Koll ein empfindsamer Mensch und uns gewogen ist, so ist es besser, ihm dieses Vertrauen zu schenken.

6. Schon vor einiger Zeit habe ich an Fräulein Marin geschrieben, aber ich habe noch nichts erhalten.

7. Möge Gott gepriesen sein für diese glückliche Idee der Kapelle zu Ehren Unserer Lieben Frau vom heiligen Sakrament! Ich bin darüber ganz glücklich.

8. Ich sehe, daß am Ende dieses kleine Haus für Unseren Herrn recht angemessen sein wird.

Alle sind über Ihren Plan sehr glücklich; was aber recht erforderlich war, ist die spitzbogenförmige Vergrößerung der Fenster in der Kapelle; ich habe den ganzen Vormittag darüber nachgedacht, als ich von der Verwirklichung dieses Gedankens gelesen hatte.

9. Wie groß ist doch die Güte Gottes! Auf die Prüfung folgt die Tröstung: der Ankunft dieses guten Priesters aus Rom wird, so hoffe ich, von anderen noch benötigten Berufen gefolgt sein; aber für den jetzigen Zeitpunkt kann ich für Christi Himmelfahrt und Pfingsten nichts versprechen; wir müssen warten, daß jemand hieherkommt. Das wird dann das Zeichen des Willens Gottes sein. Wollen Sie, daß ich Ihnen einen Geldschein von 100 Fr. sende? Ich fürchte, daß Sie nicht einmal Geld haben, sich Brot zu kaufen. Fräulein Liotard ist von sich aus hergekommen, ebenso auch Frau Chauvin; ist das aber auch der Wille Gottes?

Alle grüßen Sie mit heiligem Kuß, lieber Pater.

Ihr im Herrn ergebenster

Eymard, S.S.S.


Nr.0816

An Frau Gourd

Paris, Mai 1859.

(franz.Kat.: 8.Mai 1859)

Gnädige Frau!

Frl. Claudine ist gut angekommen; sie ist glücklich, in das Zönakel Unseres Herrn zurückzukehren. Sie hat sich's wohl verdient.

Auch ich bin glücklich angekommen, zuerst in Ars, wo ich um 13.15 Uhr nach der Abfahrt von Lyon um 10.45 Uhr eingetroffen bin.

Von Ars bin ich gegen 17 Uhr wieder abgefahren; und von Villefranche bin ich um 20 Uhr abends nach Paris gefahren, wo ich die hl. Messe gefeiert habe, u. zw. ohne Migräne.

Sehen Sie, wie der lb. Gott für seine armen Diener sorgt!

Ich preise Gott für meine angenehme Reise, er hat seine Pläne und seine Zeiten der Barmherzigkeit. Wir müssen also beten und unser ganzes Vertrauen auf ihn setzen.

Gute Tochter, halten Sie Ihre Seele in Frieden und freuen Sie sich über diesen Frieden und dieses Vertrauen.

Gehen Sie zum lb. Gott wie sein geliebtes Kind, das nichts voraussehen, nichts sagen, nichts tun und nichts vollbringen kann ohne ihn. Seien Sie zufrieden mit Ihrer Ohnmacht und Schwachheit, die Ihnen den lb. Gott so notwendig und gut erscheinen läßt.

Gott segne Sie und Ihre lb. Tochter.

Ihr ergebenster

Eymard.


Nr.0817

An de Cuers

Paris, 11. Mai 1859.

Lieber Pater!

Ich schreibe Ihnen im Haus von Herrn Favier, um nicht die Post zu verpassen.

  1. Herr Picard wird Ihnen alle Bronzesachen senden, die Sie wünschen.
  2. Herr Favier kann den Kelch in der gleichen Form wie das Ziborium nur zum Preis von 330-340 Fr. liefern.
  3. Der Mittelsmann von Herrn Rey hat bereits die Aussetzungsmonstranz in Auftrag gegeben, indes wird man sehen, was sich noch machen läßt.

Herr Favier ist in großer Verlegenheit, da er bereits sein Wort gegeben hat. Die Monstranz in mittelalterlicher Ausführung, welche geplant ist, kostet ungefähr 700 Fr. Ich würde vorschlagen, unterhalb des Knaufes das Monogramm IHS einzufügen; das würde sie nach Ansicht Faviers sehr gefällig machen; anders wirkt sie zu nackt. Dieses IHS würde aus Steinen auf vergoldetem Silber gefertigt werden. Was halten Sie davon? Es würde alles zusammen auf zirka 800 Fr. kommen.

4. Sind Sie hinsichtlich der gotischen Meßgewänder sicher, daß sie der Bischof gestatten wird? Würde er sie nämlich nicht genehmigen, wie der Erzbischof von Lyon, kämen wir in Verlegenheit. Wir müssen uns diesbezüglich genau erkundigen.

Ich kenne einen Händler von Meßgewändern in Lyon; er ist geschickt und gewissenhaft und würde sie vielleicht zu einem günstigeren Preis anfertigen. Ich finde an den Meßgewändern aus Seide und in der gängigen Ausführung einen ziemlich großen Unterschied zu denen in Paris; bitte ein Wort darüber.

Ich habe Ihre Bestellung bei der Ehrw. Mutter des Guten Hirten noch nicht erledigen können; ich kam nicht weg.

Der eucharistische Dienst läuft gut, sehr gut; jeder verdoppelt seine Wache mit Freude und Liebe, bis der Gute Meister Soldaten schickt.

Erinnern Sie sich, daß von allen Israeliten, die aus Ägypten auszogen, nur zwei ins Gelobte Land eintraten; aber Gott segnet sie.

So ist es nun geschehen; es braucht etwas Neues und neue Leute.

Seit meiner Rückkehr aus Rom, unseren Exerzitien und unseren Gelübden ist niemand gekommen: also war dies eine Zeit der Vorbereitung; was vorbei ist, war eine Zeit der Prüfung.

Ich beeile mich zu schließen, bevor die Post ausgehoben wird, und empfehle mich im Herrn als Ihr

ergebenster

Eymard.

P.S.- Hoffen wir, daß uns Gott Leute schickt, damit ich nach Marseille gehen kann, wie

Sie es wünschen und wie ich selber es ersehne, wenn es Gott wohlgefällig ist.


Nr.0818

An Herrn E. v. Leudeville

Paris, 12. Mai 1859.

Lieber Freund!

Ich habe Sie auf meine Antwort ein bißchen warten lassen, entschuldigen Sie mich, ich mußte vorher noch beten. Ich halte meine Meinung über die Sendung von Herrn Delarue aufrecht, das heißt: für mich ist sie unverständlich und sie erscheint mir gefährlich, weil etwas Wundersames dabei ist, weil eine persönliche Auslegung ohne Bestätigung vorliegt und weil darin ein laienhaftes Element sich damit vermischt, das dessen Basis und Zusammensetzung zu sein scheint.

Herr Delarue hat mir durch seine Erklärungen bewiesen, daß er guten Glaubens war und eine ganz geradlinige Absicht hatte; dies zeugt zwar von einer schönen Seele, beweist aber nicht einen Weg. Fénelon besaß eine schöne Seele. Ich bin überzeugt, daß viele Quietisten im guten Glauben handelten, aber durch die schöne Seite der Liebe und die Zustände des Gebetes getäuscht worden sind. Der Brief, den mir Herr Delarue über diese außergewöhliche Form als Mittel, um Sie seinen Gedanken und vielleicht seine Sendung besser verstehen zu lassen, - dieser Brief also hat mir neuerlich seinen guten Glauben und seine Einfachheit unter Beweis gestellt, sicherlich aber wird jeder, der seine Notizen liest, wie ich denken und vielleicht mit weniger Wohlwollen für seine Person.

Zusammenfassend, lb. Freund, möchte ich mit dieser Sache nichts mehr zu tun haben noch mich hineinmischen. Sie erbitten meinen Rat; hier ist er: halten Sie sich heraus und bleiben Sie im üblichen Leben der christlichen Frömmigkeit.

In Vereinigung mit Unserem Herrn bleibe ich

Ihr lb. Freund

Eymard, S.S.S.

P a r i s, 1 2. M a i 1859.

E r s t e F r a g e. Kann ich mich Herrn De. gegenüber als ganz frei betrachten, sowohl hinsichtlich seiner behaupteten Sendung als auch bezüglich der Sorge um seine materielle Zukunft?

A n t w o r t: Sie sind vollständig frei im ersten Punkt und ebenso auch für die materielle Zukunft. Wenn das Band zerbrochen ist, hört alles auf.

Z w e i t e F r a g e: Kann ich zwecks meiner inneren Ruhe den Zeitpunkt seiner Abreise beschleunigen?

A n t w o r t: Überstürzen Sie nichts! Warten Sie die Gelegenheit ab; sie wird sich von selbst anbieten. Aber keine Diskussion und kein Zurück mehr. Sagen Sie sich: Das ist nicht mein W e g und auch nicht meine S t i m m e Gottes.

D r i t t e F r a g e: Sollte Herr Delarue festhalten..., muß ich dann nicht alle Beziehungen abbrechen?

A n t w o r t: Nein. Leisten Sie Ihre Arbeiten in der Kirche. Geben Sie sich nicht den Anschein zu schmollen, noch sich zu beklagen, geben Sie aber zu erkennen, daß dies nicht Ihr Weg noch Ihre Berufung ist.

Und wenn er weitere Versuche unternehmen sollte, so weisen Sie ihn nicht mit Empörung und Verachtung, sondern mit Ruhe zurück, indem Sie sagen: "ich habe darauf verzichtet, die Angelegenheit ist für mich erledigt: einem jeden seine Gnade." Ihre Ruhe und Ihr Frieden werden mehr erreichen als alles übrige.

Das also, lb. Freund, ist meine Antwort; ich bitte Sie: seien Sie ohne Sorge und ohne Unruhe. Dies ist eine Lektion und eine Gnade.

Adieu.

Ihr ergebenster

Eymard.

An Herrn v.Leudeville,

in Leudeville über Marolles-en-Hurepoix

(Seine-et-Oise).


Nr.0819

An Frau Tholin

Paris, 14. Mai 1859.

Gnädige Frau und teure Schwester im Herrn!

Gott sei dafür gepriesen, daß man an P. Germain gedacht hat und daß er für St. Chamond zugesagt hat; dies wird eine doppelte Wohltat zur Folge haben.

Ich wäre freudig hingegangen, hätte es Gott gewollt und mir als machbar angezeigt.

Ich rate Ihnen und bitte Sie so zu handeln, als ob ich Sie nicht besuchen würde, denn Gott hat uns soeben ein kleines Stück seines heiligen und liebenswürdigen Kreuzes geschickt: dies macht es mir so gut wie unmöglich, eine eventuelle Abwesenheit vorauszusehen. Immerhin schreibt man mir aus Marseille, daß meine Anwesenheit fast notwendig ist; aber Gott weiß es.

Wenn ich menschliche Pläne und Berechnungen anstelle, glaube ich, daß ich Sie erst um den Monat Juli herum besuchen kann.

Arme Tochter! - so sind Sie denn ans Kreuz genagelt und können die heilige und anbetungswürdige Hostie weder sehen noch empfangen, Ihren Vielgeliebten nicht besuchen, noch auch wie der Gichtbrüchige sich zu ihm tragen lassen; aber die Liebe des heiligen Willens Jesu ist mehr wert als alle Gaben und alle Güter, die wir selbst wollten. Sie vereinigen sich mit Jesus durch die Liebe; Sie haben seine Allgegenwart und seine Gnade; seien Sie also sein lebendiger Tabernakel, eine Taube, wie es die ersten Tabernakel waren, eine Bundeslade aus Gold mit den beiden Cherubim.

Jesus sei Ihnen alles - immer und in allen Dingen!

In seiner Liebe verbleibe ich

Ihr ergebenster

Eymard, S.S.S.

An Frau Tholin-Bost

Tarare (Rhône)


Nr.0820

An Sr. Antoinette sss (Frau Rottier)

Paris, 16. Mai 1859.

Gute Dame!

Ich nehme voll Dankbarkeit das so ergebene Angebot Ihres guten Herzens an. Ich bräuchte diese Summe von 2000 Francs am 31. Mai und bitte Sie, wenn möglich noch 300 Francs dazuzulegen, denn ich befürchte, daß diese Summe, die wir diesen Monat erhalten, wegen stockender Angelegenheiten mit Verspätung eintreffen wird. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie gerührt ich über Ihre Güte bin. Ich sage es dem lb. Gott.

Ich bleibe in seiner göttlichen Liebe, gute Dame,

Ihr ergebenster

Eymard.

(1) Am Ostersonntag, 24. April 1859, konnte zum erstenmal in Marseille im Kloster der Minimiten (Orden des hl. Franz v. Paul), im Speisesaal, der zu einer Kapelle umgebaut worden war, von P. de Cuers die hl. Messe gefeiert werden. Sh. die deutsche Biographie S. 212. Anmerkung des Übers.


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